Mittwoch, 16. Dezember 2009

Samstag, 26. September 2009

Deine Farbe für mich



Im kalten Grau des Alltags
hüll ich mich oft in schwarzes Tuch,
wiewohl der Stoff meiner Geschichten
nicht dunkel ist

Im Innern meines Herzens
ein feuerliches Rot,
verzehrend brandgefährlich
und kraftvoll lodernd heiß
in goldnen Glanz getaucht
von einem sommersatten Gelb
- ein Sonnenstrahl der Fröhlichkeit -
lachendschön und herzerwärmend
Voll hoffnungsfroher Leichtigkeit
erzählt mein Herzschlag
vom Himmelsblau der Sehnsucht,
vom Herzland der Träume
Im Himmel irgendwann
trag ich reines, strahlend-helles
makelloses Weiß,
die Summe aller Regenbogen
Und bis dahin?

Bist DU an diesem trüben Morgen
mein Grund für bunt


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Textbasis: Christina Brudereck
Bearbeitung: meine Wenigkeit

Samstag, 21. März 2009

Two households, both alike in dignity

In fair Verona, where we lay our scene,
From ancient grudge break to new mutiny,
Where civil blood makes civil hands unclean.
From forth the fatal loins of these two foes
A pair of star-cross'd lovers take their life...




Der gute alte William S. hatte einfach ein Händchen dafür, sein Publikum zu unterhalten und mit Komik, Tragik und Wortwitz gleichermaßen in seinen Bann zu ziehen - und auch die American Drama Group schaffte es gestern Abend mühelos, die Zuschauer (trotz oder gerade wegen? der Originalsprache) mit ihrem Spiel mitzureißen:


Niemand verkörperte zwingender und berückender Ewigkeit und Unsterblichkeit der Liebe als sie: Romeo und Julia, die beiden Teenager, deren Liebe von ihren verfeindeten Familien zerstört wird. Es ist ein Theaterstück, das man ohne Worte versteht und verstehen würde, ohne ein Wort zu verstehen. So dicht und unmittelbar wirkte das Altenglisch des Jahrtausenddichters Shakespeare, so drängend, schneidend und suggestiv, dass man (...) die Augen schließen konnte und doch Sinn und Verlauf der Handlung zu folgen vermochte.

Nur ein paar Säulen, ein Vorhang, zwei Rollwände und einige Holzkästen genügten dem (...) Ensemble, um die zahlreichen Schauplätze bereitzustellen, sieben Schauspieler teilten die großen Rollen des Stücks untereinander im Minutentakt auf: eine Referenz an die historischen Aufführungsverhältnisse der Tudorzeit Shakespeares.

So erwartete die Zuschauer keine moderne, sondern eine ganz auf die Sprache und Gestik gerichtete Inszenierung, verwandelte sich die Tragödie gerade in der ersten Hälfte zur volksnahen Burleske, in der – wie auch im Shakespeare-Text buchstäblich nachzulesen – fröhliche Zoten und rauschende Eindeutigkeiten einen prominenten Platz einnahmen. So begann ein Abend, der das Imaginäre des Textes nicht weniger beschwor wie die Imagination des Zuschauers.

Es war ein Spiel der Andeutungen und fliegenden Wechsel, rasanter Situationskomik und atemloser Action: Kaum war Natalia Campbell als Fürstin aufgetreten, schlurfte sie in der nächsten Szene bereits als Amme herein, spiegelten sich Mercutio und Paris im Spiel Richard Croughans, vertrat David Chittenden den Vater Capulet ebenso wie den Freund Romeos, Benvoglio. Selbst Dan Wilder (Romeo) und Rachel Lynes (Julia), traten in Liebespausen als maskierte Statuen auf, schmachteten, schluchzten und schmusten aber ansonsten mit hinreißender Jugendlichkeit.

Überhaupt lag die große Attraktion der Aufführung im Spiel der Darsteller, die mit scheinbar improvisierter Leichtigkeit und Agilität über die Bühne stürmten (Regie: Paul Stebbings), sich zwanglos in „a-cappella“ Gesangseinlagen integrierten und mit Verve die Unwiderlegbarkeit jeder großen Liebe belegten. So zerfiel die Welt auf der Bühne in große Liebende und jene, die nicht an die Liebe glauben können – und schon saß man im großen Welttheater und fühlte sich zuhause. Ovationen!


(vgl. Münstersche Zeitung von 13.Feb 2009, gilt aber für München genauso!!!)


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Mehr dazu unter:
>> Amerika-Haus, München
>> Wiliam Shakespeare's "Romeo & Juliet"
>> The American Drama Group Europe
20.03.2009

Guten Morgen Berlin!

Berlin ist in.
Berlin ist überall.
Berlin ist im Kopf, im Herz, im Bauch, im Bein.
Berlin ist - im Allgäu?

Größer könnte der landschaftliche Gegensatz wohl kaum sein - erstaunlich finde ich aber immer wieder die gefühlte Nähe, die das Wort "Berlin" in den Köpfen der Generation Umhängetasche auslöst. So etwas lässt sich nicht einfach mit einer politischen Entscheidung (Einigungsvertrag 1990, Hauptstadtbeschluss 1991) erreichen, dazu trägt eher der Berlin-Export in die Provinz bei - und damit nicht zuletzt Peter Fox und seine Stadtaffen.

Eigentlich ist das überhaupt nicht meine Musik.
Trotzdem: Das Konzert in der BigBox in Kempten war vom Allerfeinsten!

Die Bühnenshow von Peter Fox ist eine Wucht. Nicht weil der Sänger aus Berlin-Kreuzberg für seine aktuelle Tournee eine ausgefeilte Video- und Lichtshow erfunden und alles bis ins Letzte durchgestylt hat. Sie ist so mitreißend, weil sie das Gegenteil von dem ist, was man oft in Deutschlands Rock-Pop-Hallen präsentiert bekommt: Peter Fox stellt einfach wieder die Musik ins Zentrum, in seinem Fall eine faszinierende Mischung aus Hip-Hop, Rhythm & Blues und Reggae, angereichert mit viel Spaß und einer guten Portion Ironie.

Für seine Tournee hat Peter Fox eine Band zusammengestellt, deren Sound in Bauch und Beine fährt. Ein druckvoller Keller-Bass, ein klarer und doch komplexer Rhythmus, zwei Klang-Alchimisten an den Keyboards und ein stimmgewaltiges Backgroundtrio versetzen die 6 500 Besucher in der Big Box Allgäu vom ersten Stück an in Bewegung.

Ein als Affe Verkleideter hüpft wie ein Hofnarr über die Bühne. Und dann marschieren noch vier Afroamerikaner in grauen Anzügen und Krawatte auf, die Cold Steel Drummers aus North Carolina/USA. Sie bearbeiten die Trommeln vor ihren Bäuchen nicht nur virtuos, sondern treiben, fein choreografiert, noch jede Menge Späßchen.

Trotzdem geht es um Berlin. Peter Fox (...) erzählt - mal rappend, mal singend - von seinem Leben in dieser Stadt. Von seinen Gefühlen und Träumen, von seinem Hader und seiner Lust. „Stadtaffe“ hat Fox dieses Projekt getauft: (...) poetisch-surreale Hip-Hop-Songs und (..) klassische Klänge des Babelsberger Filmorchesters (...)
(Kaus- Peter Mayr, Augsburger Allgemeine)



Berlin ist im Kopf, im Herz, im Bauch, im Bein.
Berlin ist überall.
Berlin ist in.

Sonntag, 1. Februar 2009

Where the echoes stop


Where the Echo stops from David Voges on Vimeo.

... ein wunderschönes Video von David Voges, entstanden auf der Z-Werkstatt 2008/2009.
Text: Erwin R. McManus // Musik: The Postal Service ("Such great heights") und Imogen Heap ("Hide and seek")



Where the echoes stop

I want to stand where the echoes stop.
Far past where sound has abandoned thought.
Where silence reigns over redundancy.
Where once well said is more than enough.

I want to stand where the echoes stop.
Where words must be born to be heard.
Where speech is a gift and not a curse.
Where there is more of the unique and less of the mundane.

I want to stand where the echoes stop.
Where meaning is rescued from noise…
Where conviction replaces thoughtless repetition…
Where what everyone is saying surrenders to what needs to be said.

I want to stand where the echoes stop.
Where the shouting of the masses falls silent to the whisper of the one…
Where the voice of the majority submits to the voice of reason…
Where “they” do not exist; but “we” do.
I want to stand where the echoes stop.
Where substance overthrows the superficial…
Where courage conquers compliance and conformity…
Where words do not travel farther than the person who speaks them.

I want to stand where the echoes stop.
Where I only say what I believe.
Where I only repeat what changes me.
Where empty words finally rest in peace.

I want to stand where the echoes stop.
“Be still and know that I am God…” -Psalm 46:10a


erwinmcmanus.com/poetry/