In fair Verona, where we lay our scene,
From ancient grudge break to new mutiny,
Where civil blood makes civil hands unclean.
From forth the fatal loins of these two foes
A pair of star-cross'd lovers take their life...

Der gute alte William S. hatte einfach ein Händchen dafür, sein Publikum zu unterhalten und mit Komik, Tragik und Wortwitz gleichermaßen in seinen Bann zu ziehen - und auch die American Drama Group schaffte es gestern Abend mühelos, die Zuschauer (trotz oder gerade wegen? der Originalsprache) mit ihrem Spiel mitzureißen:
Niemand verkörperte zwingender und berückender Ewigkeit und Unsterblichkeit der Liebe als sie: Romeo und Julia, die beiden Teenager, deren Liebe von ihren verfeindeten Familien zerstört wird. Es ist ein Theaterstück, das man ohne Worte versteht und verstehen würde, ohne ein Wort zu verstehen. So dicht und unmittelbar wirkte das Altenglisch des Jahrtausenddichters Shakespeare, so drängend, schneidend und suggestiv, dass man (...) die Augen schließen konnte und doch Sinn und Verlauf der Handlung zu folgen vermochte.
Nur ein paar Säulen, ein Vorhang, zwei Rollwände und einige Holzkästen genügten dem (...) Ensemble, um die zahlreichen Schauplätze bereitzustellen, sieben Schauspieler teilten die großen Rollen des Stücks untereinander im Minutentakt auf: eine Referenz an die historischen Aufführungsverhältnisse der Tudorzeit Shakespeares.
So erwartete die Zuschauer keine moderne, sondern eine ganz auf die Sprache und Gestik gerichtete Inszenierung, verwandelte sich die Tragödie gerade in der ersten Hälfte zur volksnahen Burleske, in der – wie auch im Shakespeare-Text buchstäblich nachzulesen – fröhliche Zoten und rauschende Eindeutigkeiten einen prominenten Platz einnahmen. So begann ein Abend, der das Imaginäre des Textes nicht weniger beschwor wie die Imagination des Zuschauers.
Es war ein Spiel der Andeutungen und fliegenden Wechsel, rasanter Situationskomik und atemloser Action: Kaum war Natalia Campbell als Fürstin aufgetreten, schlurfte sie in der nächsten Szene bereits als Amme herein, spiegelten sich Mercutio und Paris im Spiel Richard Croughans, vertrat David Chittenden den Vater Capulet ebenso wie den Freund Romeos, Benvoglio. Selbst Dan Wilder (Romeo) und Rachel Lynes (Julia), traten in Liebespausen als maskierte Statuen auf, schmachteten, schluchzten und schmusten aber ansonsten mit hinreißender Jugendlichkeit.
Überhaupt lag die große Attraktion der Aufführung im Spiel der Darsteller, die mit scheinbar improvisierter Leichtigkeit und Agilität über die Bühne stürmten (Regie: Paul Stebbings), sich zwanglos in „a-cappella“ Gesangseinlagen integrierten und mit Verve die Unwiderlegbarkeit jeder großen Liebe belegten. So zerfiel die Welt auf der Bühne in große Liebende und jene, die nicht an die Liebe glauben können – und schon saß man im großen Welttheater und fühlte sich zuhause. Ovationen!
(vgl. Münstersche Zeitung von 13.Feb 2009, gilt aber für München genauso!!!)
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Mehr dazu unter:
>> Amerika-Haus, München
>> Wiliam Shakespeare's "Romeo & Juliet"
>> The American Drama Group Europe
20.03.2009