Sonntag, 6. Januar 2008

Stöckchen: 10 Fragen an die Bücherfreundin

Das Examen ist vorbei und das Jahr 2008 noch recht jung… Zeit, den Blog zu reaktivieren! Und so kommt das Lese-Blogstöckchen, das aus Richtung kauda durch mein offenes Werkstattfenster (Stosslüften!) hereinfliegt, gerade recht.

1. Welches ist das längste und/oder langweiligste Buch, durch das Du Dich, aus welchen Gründen auch immer, erfolgreich hindurchgekämpft hast?

Laaangweilig…war Der Nachsommer von Adalbert Stifter – dass das so sein muss (vgl. Alex) ist mir auch klar... ich hab das Buch fürs Studium (seufz!) dann im 2. Anlauf schließlich doch durchlitten… und ich kann ihm immer noch nichts abgewinnen.

Laaang und aaaanstrengend… kam mir vor allem der Parzival von Wolfram von Eschenbach vor, weil ich zwecks Examen unter Zeitdruck stand und gerne noch schneller gelesen hätte, als ich das eh schon tue. Hat sich aber gelohnt, mich durchzukämpfen, kam nämlich in der Prüfung dran.

2. Von welchem Autor kannst Du behaupten: “Von dem (oder der) habe ich wirklich jedes Buch gelesen!”

Wahrscheinlich kann ich das bei keinem Autor von Gewicht.

Zu meiner Schande muss ich aber einräumen, dass ich von Diana Gabaldons Highland-Romanen (Feuer und Stein ff) tatsächlich alle, von ihrem Gesamt“werk“ wohl 4/5 gelesen habe…

Wenn ich noch ein bisschen überlege: John Irving (Garp, Hotel New Hampshire, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Witwe für ein Jahr, Bis ich dich finde…) ist in meinem Bücherregal auch sehr gut vertreten.

3. Dein liebster Klassiker (vor mindestens 50 Jahren veröffentlicht)?


Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner,
Jenseits von Eden von John Steinbeck (ich hatte es sogar schon gelesen, bevor ich den Film mit James Dean gesehen habe!)

4. Welchen Titel hast Du in den letzten Jahren sicherlich am häufigsten verschenkt?


Red Moon Rising von Pete Greig war mit Sicherheit oft dabei (ich fand das sooo faszinierend, dass ich beim ersten Lesen für eine Nacht gerne auf Schlaf verzichtet habe),
Das Orangenmädchen von Jostein Gaarder.

5. Von welchen Autoren würdest Du nie wieder freiwillig ein weiteres Buch in die Hand nehmen?

Nie wieder?!
Nix neues: Wahrscheinlich von, na… wie heißt er… Dan Brown. Illuminati war ja ganz lustig, aber Sakrileg nur noch ein Abklatsch.

Und von den Herren Gryphius, Schiller und Kafka hab ich einstweilen (aber sicher nicht für immer) genug, hängt auch mit dem Examen zusammen…

6. Welches Buch hast Du mehr als zwei Mal gelesen?

Steile Behauptung: wahrscheinlich hab ich gut 1/2 aller meiner Bücher mind. zweimal gelesen. Vielleicht hängt das aber auch mit meiner Schnell-Leserei zusammen… dass mir der Inhalt dann wieder neu vorkommt ;-) und bei meinem zeitweilig extensiven Bücherkonsum kommt Mehrfachlesen auf Dauer günstiger…

Besonders erwähnenswert ist hier Der englische Patient von Michael Ondaatje, ein Buch das in jeden Italienurlaub mit muss, und mich jedes Mal wieder neu mit seiner Atmosphäre packt. Viel besser als der Film!

7. Welchen Titel hast Du erst nach einigen Seiten beiseite gelegt und dann tatsächlich später nochmals in die Hand genommen und durchgelesen?

Interessanterweise u.a. den gerade genannten Englischen Patient…

Außerdem hab ich mal versucht, Fräulein Smillas Gespür für Schnee von Peter Hoeg im Hochsommer zu lesen… hat nicht funktioniert. Im Winter dann schon.

Und bei Thomas Manns Zauberberg würd ich gerne mal weiter als 60 Seiten kommen… Zeit für einen neuen Versuch?

8. Wenn man Dich drei Wochen in eine Mönchszelle in Klausur stecken würde, und Du darfst nur drei Bücher mitnehmen, welche drei Titel würdest Du wählen?


3 Wochen ab morgen? Dann würd ich einpacken, was grad auf dem Nachttisch liegt: Meine Lutherbibel,
Leo Tolstois Anna Karenina und
Jane Eyre von Charlotte Bronte.

9. Bei welchem Titel sind dir schon mal ernsthaft die Tränen (nicht vor Lachen!) gekommen, obwohl es doch nur ein Buch war?

Das fliegende Klassenzimmer von Kästner, wenn Martins Mutter ihrem Sohn schreiben muss, dass er zu Weihnachten nicht nach Hause fahren kann, weil die Familie so arm ist und kein Geld für die Zugfahrt da ist.

Bei den Tagebüchern von Viktor Klemperer; und da passt „obwohl es doch nur ein Buch war“ auch gar nicht: ein bitteres Stück deutsche Geschichte.

10. Welches sonst recht erfolgreiche Buch ist Dir bis heute ein großes Rätsel geblieben, d. h. Du hast es einfach nicht verstanden?

Nicht verstanden…?
Nicht vom Hocker gerissen hat mich jedenfalls Sofies Welt von Jostein Gaarder, und bei Harry Potter bin ich nach Band 4 ohne Entzugserscheinungen ausgestiegen.

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Was sagt das alles nun über mich als sog. Germanistin aus?! Hm…

Ich jedenfalls nehme das Blogstöckchen in die Hand, hole aus und werfe (wie ein Mädchen…) nur ein paar Meter weit zur PJlerin ganz in weiß und in die Lebenswelt bzw. Lebensbeschreibungen auf den Grünen Hügel.

1 Kommentar:

wessnet hat gesagt…

...stimmt, Sofies Welt fand ich auch, äääähmmm, zu naseweis und langweilig.

Harry Potter geht ab Band 5 noch einmal gut ab, das würde ich mir noch einmal überlegen.

Ansonsten: Guter Geschmack!